Projekt 1

Projekt 1

Vanillacrunnch ist mein grösstes und längstes Projekt. Vanillacrunnch ist ein Blog, eine Social Media Erscheinung. Manchmal ist Vanillacrunnch Lara und manchmal überhaupt nicht.

Das „Projekt „Vanillacrunnch“ ist nirgends skizziert oder kommentiert, da es nie dem Zweck folgen sollte ein Projekt zu sein. Vanillacrunnch ist als kreativer Ausgleich zu einem „unkreativen“ BWL Studium entstanden.

Das Ganze startete als Online-Plattform, auf welcher ich Rezepte für neugierige Freunde teilte. Ich selber leide an einer Laktoseintoleranz und habe versucht einfache Desserts aus pflanzlichen Zutaten zu zaubern. Ich nenne diese „Desserts with Benefits“, da Sie aus vorwiegend hochwertigen, nährstoffreichen Zutaten bestehen. Ich möchte die gesellschaftliche Annahme, dass Desserts „schlecht“, da sie fettreich und zuckerhaltig sind, auf den Kopf stellen. Meine Desserts sind so gesund, dass man Sie auch zum Frühstück essen kann. Dessert zum Frühstück war dann auch der Input für mein erstes Rezeptbuch: Nicecream for Breakfast

So verwende ich beispielsweise Kichererbsenwasser um Schokoladenmousse zu zaubern und gekochter Randen oder Süsskartoffeln als Basis für meine Brownies. Raffinierten Zucker ersetzte ich durch Datteln, reife Bananen, Ahorn oder Agavensirup.

Mittlerweile hat sich die Plattform zunehmend zu einer Lifestyle Plattform entwickelt. Meine Desserts-Kreationen sind aber immer noch der Schwerpunkt von Vannillacrunnch.

Seit 2016 ist Vanillacrunnch im Handelsregister eingetragen und ein eigenständiges Business. Ich habe gelernt ein Kassenbuch zu führen, Erfolgsrechnungen aufzustellen, und mit kritischen, manchmal mühsamen Kunden zu verhandeln. All diese Dinge habe ich vom Studium nur theoretisch verstanden. Das eigene Business erlaubte es mir Wissenszuwächse besser zu verstehen und Erkenntnisse in der Praxis direkt anzuwenden. Ich arbeite seit mehr als 6 Jahren mit internationalen Partnern zusammen, viele davon auf Langzeitbasis.

Die folgenden Zeilen sollen einen kleinen Einblick in die Welt von Vanillacrunnch bieten. Angefangen mit dem Prozess der Ideenfindung, weitergeführt mit Erfolgen und Niederlagen und schlussendlich ein reflexives Fazit zum Geleisteten.

Skizzen/Entwicklungsschritten/Kommentare

Ideen entstehen überall und kommen unregelmässig wie meine Periode. Ich habe gelernt, dass ich meinen Kopf nicht zum kreativ sein zwingen kann. Ideen kommen wann Sie wollen. Sie suchen sich die Menschen aus, klopfen an und sehen ob die Idee aufgenommen wird. Wenn nicht ziehen Sie weiter.

Ich hatte einmal angefangen ein Skizzenbuch zu benutzen, habe mich aber dadurch zu stark eingeengt gefühlt. Dazu kam, dass ich es in den wichtigen Situationen dann doch nicht dabei hatte. Ich versuche aber dennoch Ideen stets festzuhalten und greifbar zu machen.

Beispielsweise entwarf Ich im Januar 2017 eine Social Media Geschichte zu sogenannten Menstruationstassen. Es sollte junge Menschen auf eine frische, freche, mutige Art ansprechen. Ich hatte mir Tage lang überlegt echtes Blut zu verwenden, verwarf dann die Idee aber, weil es mir zu offensichtlich und ehrlichgesagt auch zu „grausig“ war. An einem Dienstag war ich dann morgens im Fitnessstudio auf dem Laufband, als irgendwo in meinem Kopf aus dem Nichts ein Granatapfel erscheint und ich ganz klares Bild vor mir hatte. Ein aufgeschnittener Granatapfel liegt in meiner Hand während die Kerne symbolisch als Bluttropfen und Fruchtbarkeit sich über meinem Arm verteilen. Ich habe joggend mit meinem IPhone ein Foto gemacht als Erinnerung:

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Das Foto ist nicht gerade preisträchtig aber es hat seinen Zweck getan. Entstanden sind daraus folgende Bilder:

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Was war gelungen?

Vanillacrunnch hat bis heute über 126’000 Leser und Fans und ich bin dankbar für jeden Einzelnen von ihnen. Die Anzahl an sich ist mir aber nicht überaus wichtig, vielmehr interessieren mich Einzelpersonen und deren Feedback. Die Mutter aus Sydney mit fünf kleinen Kindern die in enthusiastischem Schreibstil von meinem Schokoladenmousse schwärmt und dass Ihren Kinder noch nie was so geschmeckt hat. Die lange Botschaft einer stillen Leserin, die sich einfach nur mal für die tägliche Motivation und Inspiration bedanken möchte. Ich bin glücklich und auch ein bisschen stolz, dass es mir gelungen ist, Menschen auf der ganzen Welt mit meinen Texten zu berühren und mit meinen Bildern und Rezepten zu inspirieren.

Die folgende Bildreihe zeigt meine Entwicklung über die letzten 6 Jahre. Die ersten Bilder sind mit meinem Handy entstanden, mit Serviette als Hintergrund, schlechte bis keine Lichtquelle und sehr peinliche Photoshop „Verbesserungen“.

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Ich habe mich selbständig online weitergebildet und im 2012 den Namen Baking&Design erfunden und diesen auch als Logo implementiert. Das Branding wurde dann allerdings bereits sechs Monate später durch Vanillacrunnch ersetzt und das Logo auf den Bildern wurde weggelassen.

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Neue Hintergründe wie Marmor und weisse Holzplatten haben mich während einem Jahr lang begleitet und mein Bild Stil war durchgehend von hellen Hintergründen geprägt.

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Nach einer langen „Weissphase“, habe ich mich aus meiner Komfortzone herausgetraut und auch graue und dunkle Hintergründe selber gebastelt aus Platten oder angemaltem Holz.

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Ein neues Objektiv erlaubt es mir schärfere Fotos zu machen und bringt die Formen und Farben vom Essen noch besser zur Geltung. Die Bilder sind nach wie vor sehr „ordentlich“ arrangiert. Pro Sujet schiesse ich ca. 200 Bilder von denen ich dann ca. 10 auf Photoshop bearbeite. Nur einige davon finden dann schlussendlich den Weg auf meinen Blog und/oder zu Social Media.

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Ende 2016 suchte ich nach neuen Wegen, Essen stärker emotional darzustellen. Obwohl es mir schwer fällt, traue ich mich mittlerweile „unordentliche“ Fotos zu schiessen, welche mehr ein Geschehen in den Vordergrund stellen anstatt des eigentlichen Sujets.

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Zu diesem Zeitpunkt war mir das Foodbloggen nicht mehr genug. Daher begann ich meinen Blog und meine Social Media Plattformen zu verbreitern und allgemeine Lifestyle Themen aufzunehmen. Mit Beiträgen wie  „What is your shit sandwich?“ und „Never stop fighting for your dreams“ konnte ich meinem Blog eine persönlichere Note ansetzen.

Ich bemerke zunehmend wie sich meine Leserschaft mit mir verändert. Die Bindung zu einzelnen Lesern wird stärker. Ich lerne, dass je mehr man sich öffnet und persönliche Dinge preisgibt, desto mehr entsteht eine loyale Bindung zu den Lesern. Auf der anderen Seite wird man verletzbarer und angreifbarer. Als Foodblogger hat man selten negative Kommentare und Auseinandersetzungen; als Lebensblogger aber findet man immer Menschen, welche eine andere Meinung vertreten. Ich finde die Dialoge und Anregungen spannend und herausfordernd. Ich musste lernen, Worte nicht persönlich sondern als Input zu sehen.

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Seit November 2016 hat mein Blog auch eine Reisesparte. Diese ist sehr kulinarisch angehaucht, doch nehme ich mich auch zunehmend der Landschaftsphotographie an. Für mich ist diese eine ganz andere Welt, aber ich nehme gerne neue Herausforderungen an und deshalb bin ich fleissig daran mir diese Art von Photographie anzueignen und besser zu werden.

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Neben all den Erfolgen von Vanillacrunnch gibt es natürlich auch sehr viele Dinge, welche nicht gelungen sind und welche ich heute anders machen würde.

Ich war sehr lange im Bekenntnis, dass meine Fotos primär den Lesern gefallen müssten. Ich habe die Fotos für die Leute gemacht und nicht für mich. Das hat sich auch auf dem Blog ausgeprägt, auf welchem ich zunehmend Themen behandelt habe, welche ich als relevant für die Leserschaft einschätzte und nicht zwingend für mich selber. Selbstverständlich ist es wichtig, dass die Leser an den Themen Interesse finden, jedoch sollte man sich dabei nicht selbst verlieren. In Zukunft möchte ich vermehrt Themen ansprechen, welche mir persönlich etwas bedeuten und ich hoffe natürlich, dass meine Leser auch Identifikation in meinem Geschriebenen finden.

Vanillacrunnch ist ein Riesenprojekt für mich und ein grosser Teil meines Lebens. Es gibt bestimmt 1000 Dinge welche ich heute anders machen würde. Jedoch glaube ich, dass alles so passiert ist wie es musste. Manche Sackgasse war eine Idee für ein nächstes Projekt. Durch Vanillacrunnch habe ich mich selber besser kennengelernt und gefunden. Vanillacrunnch ist flexibel und erlaubt es mir, mich mit dem Projekt zu verändern.

Das Projekt Vanillacrunnch wird mir im Studium helfen, offen und interessiert an Ideen und Themen heranzugehen. Ich möchte mich mit Menschen unterhalten, ganz egal ob diese ähnliche oder komplett verschiedene Hintergründe haben. Ich strebe danach mich weiterzuentwickeln und hoffe in einem kreativen Umfeld wie der HKB dies tun zu können. Mein Kopf ist voller Ideen, welche darauf warten umgesetzt zu werden.

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